Budokon Yoga & Movement Arts

Philosophie

Loslassen

Ich bin ein aufmerksamer Beobachter der Menschen in meiner Umwelt. Soweit ich es beurteilen kann ist die Hauptursache des Leides  vieler Menschen die Unfähigkeit Loszulassen. Sie klammern sich an Dinge, andere Menschen, die Vergangenheit oder einen Traum, der sich niemals erfüllen wird. Durch dieses Klammern werden enorme Spannungen erzeugt, die den natürlichen Lebensfluss blockieren. Ich trainiere das Loslassen seit 15 Jahren und kann bestätigen, dass alle Dinge, die wir loslassen plötzlich zu uns zurückkommen und zwar ganz von alleine und ohne große Mühe.

Durch das Wegfallen von Zwang und MUSS schafft das Gehirn einen Entspannungszustand, der Kreativität und Motivation ermöglicht. Nach dem Loslassen fällt alles belastende ab, wobei es hierbei keinen Aha-Effekt gibt. Die Ballast befreit sich sehr langsam und durch ständiges Üben des Loslassen.

Womit anfangen?

Mit irgendetwas, das Dich zunehmend belastet und Dein Leben negativ beeinflusst. Es können Dinge sein, Gewohnheiten, Menschen, Gedanken, Du kannst alles loslassen, wenn Du es willst. Loslassen ist nicht gleichzusetzen mit Gleichgültigkeit, sondern mit NICHT anhaften.

Wenn Du lernst NICHT anzuhaften, dann werden Dir Aufgaben leichter gelingen, weil ihnen die Bedeutung genommen wurde. Bedeutung erzeugt Angst vor Verlust. Und Angst vor Verlust erzeugt die spontane Antworten unseres Kleinhirns, was Denk- und Handlungsblockaden zur Folge hat.

Dinge geschehen oder eben nicht. Je weniger Bedeutung Du den Dingen gibst, desto einfacher wirst Du Dein Ziel erreichen.

Unsere Story

Der zweite Kernpunkt meiner Lebens- und Trainingsphilosophie ist die selbsterzählte Story. Jeder Mensch hat ein Bild von sich selbst und seiner Lebensgeschichte in seinem Verstand. Obwohl alles um uns herum ständigem Wandel unterzogen ist, gehen wir bei unserer Persönlichkeit von einer Konstante aus. Das ist ein Denkirrtum. Wir sind oft so damit beschäftigt uns unsere eigene Geschichte der Realität zurechtzulegen, dass wir die Fakten aus den Augen verlieren. Dinge geschehen um uns herum, sie haben keine Wertung. Nichts daran ist gut, nichts daran ist schlecht. Alles IST leben nur. Aus welchem Winkel wir diese Fakten betrachten, ist ganz allein Sache unseres Verstandes, der wiederum durch die Konditionierung von Gefühlen aus der Erfahrung beeinflusst wird. Wir geben jeglichen Dingen um uns herum eine eigene Geschichte, die Story. Um in jedem Moment klar und präsent zu sein, ist es notwendig, dass wir unsere Stories als solche erkennen. Wenn das geschehen ist, dann können wir selbst wieder Herr über unsere Realität werden. Und das führt uns direkt zu dem wichtigsten Punkt…

Emotionen

Der einzige Mensch, der für unsere Emotionen verantwortlich ist, sind wir selbst. Warum? Ganz einfach: Emotionen werden in unserem Gehirn hervorgerufen und sind das Ergebnis aus den komplexesten Vorgängen des menschlichen Körpers.

Unsere Wahrnehmung läuft über einen Filter noch bevor der Neokortex (Großhirn, das für abstraktes Denken zuständig ist) diese Information erfassen und bewerten kann. Nach dem Filter gelangen die Informationen zu dem Amygdala, welches als erstes Emotionen hervorruft, rein aufgrund der individuellen Erfahrung und Konditionierung. Aus der Evolution ist das Ziel ohne viel Denkarbeit Gefahrensituationen schnell bewerten zu können um zu fliegen oder zu Kämpfen. Es zeigt sich also, das je nach Konditionierung jeder Mensch unterschiedlich auf Reize von außen reagiert.

Weitreichender und komplexer ist die Bewertung der Bedeutung bestimmter Vorgänge, deren Zeuge wir in unserem Leben werden. Menschen neigen dazu, Ihre Sichtweise unbewusst als absolute Größe anzunehmen und die hervorgerufenen Emotionen auf das Objekt vor ihnen zu projizieren. So erscheint es uns so, als würden Emotionen von außen zu uns kommen. Die Gehirnforschung sagt aber ganz klar aus, das das Gegenteil der Fall ist.

Darum besteht der erste Schritt in der persönliche Entwicklung darin anzuerkennen, dass jeder von uns Menschen für seine Emotionen selbst verantwortlich ist.